COCONI – AFRIKANISCHER MARKT & BOTANISCHER GARTEN

DER MARKT IN COCONI – EIN HÖHEPUNKT IN MAYOTTE

Korbmacherinen in Coconi

Jeden ersten Samstag im Monat findet in Coconi, einem kleinen Ort in der Mitte der Insel, ein Markt statt. Von 8 -13 Uhr kann man dort Früchte, Gemüse, und einheimisches Kunsthandwerk kaufen.
Um acht Uhr dreißig fuhr ich los. Auf dem Parkplatz des Hotels traf ich Johann. Er gilt als Unikat, ein Deutscher, der seit vielen Jahren in Mayotte wohnt, soweit ich weiß irgendwo auf dem Gelände des Hotels. Ich traf ihn auch schon vor drei Jahren. Er weiß sicher viel und man kann ihn auch viel fragen, gerne blafft er einen aber auch mal an, wenn man aus Versehen sein Auto falsch geparkt hat, auf dem naturbelassenen Parkplatz vor dem Hotel. So isses mir passiert, ich wusste echt nicht, wo man da parken darf und wo nicht. Na, nach diesem Anschiss werde ich es mir merken. Da ist es dann plötzlich ziemlich deutsch, mitten in Mayotte.
Nach Coconi brauchte ich ca. 60 Minuten, auf den Straßen gilt zwar eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h außerhalb der Ortschaften, aber man kann sowieso nie so schnell fahren. Und da die halbe Insel auf dem Weg zum Markt war, dauerte es noch ein wenig länger.
Parken dort ist ein wenig abenteuerlich, wie gesagt, die halbe Insel…Und ich war ja schon spät dran! Das Wetter war schwül bis regnerisch, ich hatte ein bisschen Sorge, dass ich in dem Sand des Parkplatzes nach dem Regen später hängenbleiben würde.

Frische Kokosnüsse in Coconi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Markt ist einer der Höhepunkte in Mayotte, finde ich. Deswegen würde ich auch immer probieren, den ersten Samstag im Monat dort zu sein.
Schon allein das bunte Treiben ist einen Besuch wert. Überall duftet es köstlich! Die vielen Stände mit grünem Gemüse – keine Ahnung, was das ist, mit Bananen, Ananas und grünen Mangos, mit Tomaten, selbstgemachten Chutneys und Marmeladen verbreiten ein wirklich exotisches Flair. Auch für den kleinen und großen Hunger ist gesorgt, es gibt irgendwas mit Hühnchen und vor allem die köstlichen Samoussas, knusprige Teigtaschen mit unterschiedlicher Füllung. Viele Stände bieten diese Leckereien an, mit Hackfleisch, Huhn, Fisch oder Käse gefüllt. Ich glaube, es gibt auch ein paar mit süßer Füllung.
Unbedingt probieren und frisch genießen!

Zuckerrohrsaft auf dem Markt von Coconi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch Getränke gibt es genug: frische Kokosnüsse werden dort direkt zum Trinken aufgehackt, Zuckerrohrsaft wird frisch gepresst und verschiedene Fruchtsäfte werden angeboten. Mir tat der Macheten-Mann mit den Kokosnüssen und der Zuckerrohrsaft-Presser ein bisschen leid, am Abend wissen die auch, was sie heute gemacht haben.
Das mit dem Obst verstehe ich nicht ganz, die gelben Bananen sind sofort weg, danach gibt’s nur noch grüne. Auch Mangos werden unreif angeboten, ich weiß leider nicht, was man mit „Mango verte“ anfangen kann, im Gegensatz zu „Papaya verte“. Falls jemand was weiß, immer her mit den Tipps! Die Tomaten waren leider auch etwas unreif.

Meine kulinarische Beute vom Markt

Dagegen sind die kleinen Ananasse köstlich. Eine Besonderheit in Mayotte ist, dass man auf jedem Markt Obst und Gemüse nicht einzeln kaufen kann. So kosteten dort vier kleine Ananasse vier Euro, ich bekam aber nicht eine für einen Euro. Na gut, dann also alles mal vier..
Dann ging es zu den Handwerks-Ständen, zwei Korbmacherinnen stellen bunte Körbe her, natürlich gingen zwei geschnitzte Schildkröten in meinen Besitz über und ich bewunderte die bunten Stoffe, die man dort kaufen kann. Ein bisschen Vanille kaufen, Salz und Pfeffer aus Mayotte, meine Tasche füllte sich. Eigentlich ganz gut, dass es nur noch grüne Bananen gab, ich hatte soweiso keinen Platz mehr in meiner Tasche.
Auch für den großen Geldbeutel gibt es dort Dinge zu kaufen, ein paar Franzosen verkauften selbst hergestellte Lampen aus einheimischen Hölzern.
Ich verstaute meine Einkäufe im Auto und machte noch einen Abstecher in den botanischen Garten.

DER BOTANISCHE GARTEN VON COCONI

Exotische Bäume in Coconi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch wenn der botanische Garten geschlossen ist, kann man durch einen Spalt neben dem Tor trotzdem hinein gehen. Das ist nicht verboten, das wurde mir bei einem anderen Besuch offiziell erlaubt.
Wenn nicht gerade Markt ist, ist der Garten wirklich leer, man trifft ab und zu einzelne Besucher. Wunderschöne, exotische Bäume und Pflanzen wachsen hier. Leider sind sie nicht beschriftet, aber es macht einfach Spaß, hier durch zu laufen. Der Garten ist nicht besonders groß, so dass man nicht allzu lange braucht, ca. 30 Minuten für einen Rundgang.

Botanischer Garten in Coconi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ENDLICH SCHNORCHELN MIT MEINEN SCHILDKRÖTEN

Danach ging es zurück. Mayotte ist ein bisschen Afrika aus dem Bilderbuch, man hat auf der Fahrt immer das Gefühl, dass gleich rechts und links Elefanten aus den Wäldern kommen. Die Frauen mit ihren bunten Gewändern am Straßenrand runden das Bild ab. Zuhause angekommen parkte ich mein Auto brav regelkonform, trug meine Schätze in meinen Bungalow und bin trotz Regen nochmal schnell Schnorcheln gegangen.
Am Wochenende ist der Strand immer ziemlich voll, da traf es sich ganz gut, dass es regnete. Sobald der Regen aufhört, füllt sich der Strand mit Einheimischen und Touristen, mit Musik und Ballspiel. Aber gut, ich bin hier ein bisschen verwöhnt, unter der Woche ist es wirklich oft relativ leer.

Ich freute mich wieder an den Schildkröten und habe direkt am Ufer einen kleinen Stachelrochen getroffen. Ich mag diese Tiere ja, aber der Stachel war dann doch gefährlich nah am Ufer, bzw. an meinen Füßen… Das Wasser war nicht mehr ganz so klar, auch draußen am Riff war die Sicht etwas schlechter.
Beim Frühstück liegt immer die aktuelle Wettervorhersage aus, da hieß es auch, dass ein Sturmausläufer zu erwarten ist, das Wasser war schon etwas trüber als die Tage zuvor. Lustigerweise steht immer am Ende jeder Wettervorhersage: „Das Meer ist schön!“. Das freut mich immer sehr, aber wenn es gerade windet, stimmt das dann nicht.

Samstags Abend gibt es im Jardin Maoré immer eine einheimische Folklore-Gruppe und danach Buffet.
Die Gruppe besteht nur aus Frauen, die mit viel Spaß und Rhythmus-Gefühl tanzen und singen. Sie fordern auch Touristinnen auf, mitzumachen. Ich persönlich mag das nicht so besonders, noch dazu, da die Frauen aus Mayotte so ein wunderbares Körpergefühl haben, da sieht man immer ein wenig kläglich daneben aus. Aber jeder, wie er/sie es mag.
Das Buffet ist das kulinarische Highlight der Woche, wunderbare Vorspeisen mit viel rohem Sashimi und Carpaccio, Hauptspeisen mit Fisch oder Fleisch in wunderbaren Saucen und eine exzellente Nachspeisenauswahl. Unbedingt Hunger mitbringen! Was für ein schöner Ausklang für einen wunderschönen Tag.

Tipps für Coconi

  • Jeden ersten Samstag im Monat Markt besuchen
  • Hunger mitbringen
  • ca. 30 Minuten für den botanischen Garten einplanen
  • wunderschöne Fahrt, Vorsicht in den engen Kurven

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